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Hybridtechnologie ist für den Straßengüterverkehr keine Lösung
Der vieldiskutierte Hybridantrieb stellt für den Straßengüterverkehr keine dauerhafte Zukunftslösung dar. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Technologieberatung Invensity unter Branchenexperten. Demnach können Hybridtechnologien nur im Stadtverkehr aufgrund des besonderen Fahrprofils mit kurzen Strecken und vielen Stopps eine deutliche Effizienzsteigerung und wirtschaftliche Option darstellen.

"In 5 Jahren werden alle neuen Stadtbusse mit Hybridtechnik ausgestattet sein. Für den Fern-Güterverkehr mit LKW sind jedoch andere vielversprechende Konzepte in den Entwicklungs- und Strategieabteilungen der Nutzfahrzeug-Hersteller, Zulieferer, Aufbautenhersteller und Logistik-Dienstleister in Bearbeitung. Die Unternehmen sind gewillt, dieses Rennen um mehr Energieeffizienz und weniger CO2-Emissionen zu gewinnen", erklärt Matthias Welge, Consultant bei Invensity. Er macht darauf aufmerksam, dass schon ein Minderverbrauch von einem Liter Diesel auf 100 km zu einem Wettbewerbsvorsprung führt. Somit kann der Antrieb über Erfolg und Misserfolg des gesamten Unternehmens entscheiden, sei es als Verkaufserfolg von neuen LKW beim Hersteller oder als Wettbewerbsfähigkeit bei Transportunternehmen.

Grundsätzlich lässt sich die Transporteffizienz anhand der drei Stellhebel Fahrzeug(-Aufbau), Antrieb und Verkehrsführung erhöhen. Durch innovative Fahrzeugaufbauten basierend auf Bionik-Konzepten kann der CW-Wert eines Sattelzuges halbiert werden und zu 20 bis 30 Prozent Energieeinsparung führen. Schnell umsetzbar ist der Wunsch der Logistik-Dienstleister nach Mega-Konzepten mit einer Erhöhung der Nutzlast und des Volumens (z.B. 25m langer Gigaliner), die Kraftstoff und Emissionen um 15 bis 30 Prozent einsparen können. Allerdings treffen die längeren und höheren LKW auf erheblichen Widerstand bei der Bevölkerung und zuweilen auch bei der Politik.

Im Bereich Antrieb führen die immer strengeren Abgasnormen (Euro5/6) zu einer Optimierung der Motoren hinsichtlich dieser Werte, wobei für einen Minderverbrauch nur geringe Einsparungen durch Thermomanagement oder Wärmerückgewinnung möglich sind. Die Verringerung der CO2-Emissionen im Antriebsbereich wird von Branchenexperten auf lediglich 5 bis 10 Prozent geschätzt.

Einen sehr großen Beitrag mit bis zu 50 Prozent Kraftstoffeinsparung kann eine optimierte Verkehrsführung mit konstanter Geschwindigkeit, weniger Stopps und geringen Steigungen liefern. Hier liegt die Verantwortung vor allem bei der Politik, die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen und das Investitionsniveau des Bundesverkehrswegeplans zu erhöhen. Bereits aktiv geworden ist der Bund bei der Förderung von Telematikdienstleistungen, die durch das Galileo-System in Verbindung mit einer Nutzung der Toll-Collect Daten weiter verbessert werden können.

Ein weiteres Zukunfts-Forschungsfeld bei allen großen PKW und LKW-Herstellern ist die Car-to-Car Communication, mit der sich auch das Innovation Center von Invensity befasst. Durch sie soll das Fahren im Konvoi mit geringen Abständen zur optimalen Ausnutzung der vorhandenen Straßen und Verringerung des Luftwiderstands genutzt werden.
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Datum: 15.10.2008
Quelle: INVENSITY
Redakteur: uk
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