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Multimodalen Transportkonzepten fehlt oft die richtige IT
Weltweit wächst das Verkehrs- und Frachtaufkommen. Steigende Energiekosten, immer dringlicher werdende umweltpolitische Faktoren führen in der Transport- und Logistikbranche zu einer zunehmenden Priorisierung von ökologischen Logistikkonzepten (Green-Logistics). Ein wichtiges Ziel hierbei muss eine ausgewogene Verteilung des gesamten Gütertransports auf alle Verkehrsträger sein. Auf der anderen Seite ist der Steuerungsaufwand für multimodale Transporte komplex und schwer zu beherrschen. Daher sind zukünftig IT Lösungen gefragt, die erfolgreich alle Verkehrsträger integrieren und sich nicht nur schwerpunktmäßig auf die Belange eines bestimmten Verkehrsträgers konzentrieren. Die Logistikplattform AX4 bindet die verschiedenen Verkehrsträger in eine prozessuale Gesamtarchitektur ein und trägt damit der Anforderung nach einer einfacheren Steuerung multimodaler Transportlösungen Rechnung.

Das Thema Umwelt und Energieeffizienz ist zwischenzeitlich zum Wettbewerbsfaktor geworden und zwingt Unternehmen zum Umdenken. Im Hinblick darauf, dass der Gütertransport in Europa im Zeitraum 2000 bis 2020 um 50 Prozent zunehmen soll, müssen logistische Konzepte für das Güterverkehrsmanagement und die gesamte Logistikkette effizienter und nachhaltiger werden. Um die nachteiligen Folgen des Warentransports zu minimieren, muss eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Logistik zum Einsatz kommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine Transportkette, die verschiedene Verkehrsträger integriert - insbesondere bei langen internationalen Transporten.

Als CO2 Sparer liegt beispielsweise die Schiene – noch vor dem Binnenschiff auf dem ersten Platz. Ausgangspunkt der Überlegungen mancher Bahnverlader sind vor allem steigende Transportkosten: Kraftstoff, LKW-Maut und die Verschärfung der Lenk- und Ruhezeitenregelung verteuern den LKW. Das rasante Verkehrswachstum und damit verbundene Staus sind weitere Gründe für eine Einbeziehung anderer Verkehrsträger neben dem LKW - vor allem auf Langstrecken. Die große Herausforderung ist es, Straße, Schiene, Wasser und Luftverkehr so intelligent miteinander zu verknüpfen, dass einerseits die besonderen Stärken der jeweiligen Verkehrsträger berücksichtigt werden und andererseits das Prozessmanagement optimal funktioniert, so dass der Prozess nicht zu einer organisatorischen Katastrophe wird. Doch große Probleme sind vorprogrammiert, wenn nicht entsprechende IT Lösungen zur Verfügung stehen.

Die heterogene Landschaft aus Spezialsystemen für einzelne Verkehrsträger braucht eine übergeordnete Prozessebene zur Steuerung der gesamten multimodalen Kette
Und genau hier liegt eine wesentliche Herausforderung: Klassische logistische IT Systeme, wie Speditionsprogramme, konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf einen Verkehrsträger oder sogar auf bestimmte Ausprägungen dieses Verkehrsträgers. So liegt z.B. bei einem Speditionsprogramm der Schwerpunkt auf dem Handling von Teilladungen und bei einem anderen auf dem Handling von Stückgutsendungen. Diese Fokussierung ist auch notwendig, um die Abwicklung des jeweiligen Verkehrsträgers bzw. des damit verbundenen Services mit all seinen Besonderheiten richtig zu steuern.

Die geforderten IT Lösungen müssen die Intelligenz haben, um Workflows zu unterstützen – ein professionelles Schnittstellen-Management alleine reicht nicht aus!
Für das Management multimodaler Transportketten reicht dies jedoch bei weitem nicht aus! Durch den Einsatz der verschiedenen Spezialsysteme entstehen Bruchstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und Beteiligten. Diese Lücken sind so gravierend, dass sie nicht nur durch Schnittstellen zur automatisierten Datenübergabe von einem System in das nächste zu überbrücken sind. Was fehlt, ist ein System, das sich als Gesamtarchitekt des kompletten multimodalen Prozesses von der Quelle bis zur Senke versteht. Dieses System muss den Blick weit über das Management der einzelnen Teilabschnitte heben, um ein Optimum für den gesamten Prozess zu erreichen, anstelle der reinen Optimierung einzelner Teilabschnitte. Hierbei ist es selbstverständlich, dass dieses übergeordnete IT System, die einzelnen Teilsysteme vernetzt und dabei die Sprache und Spezifika eines jeden eingesetzten Verkehrsträgers spricht und versteht. Darüber hinaus muss es allerdings als integrierte Transportlösung die komplexen logistischen Wechselwirkungen zwischen den Teilprozessen beherrschen, um ein Gesamtoptimum zu erzielen. Und hierzu ist neben der Schnittstellenkompetenz ein unternehmensübergreifendes Workflowmanagement erforderlich.

Was bedeutet 'Workflowmanagement' konkret?
Die verschiedenen Teilabschnitte eines multimodalen Prozesses müssen auf Basis einer Gesamtlösung miteinander verbunden werden (top down und nicht bottom up). Diese wird in der IT Lösung abgebildet und umfasst Prozesse, Beteiligte, Verantwortlichkeiten, verschiedene Datenlevel, Dokumente und Regelwerke. Insbesondere die Regeln definieren z.B. welcher Teilprozess im Rahmen des Gesamtkontextes angestoßen werden soll, bzw. die Art des Ereignisses stellt die Weiche, welchen weiteren Weg der Workflow einschlägt. Positive Ereignisse sorgen dafür, dass der Workflow weiter läuft. Es kann aber auch eine Weichenstellung geben, die den vorgeplanten Weg ändert. Dies kann automatisch erfolgen oder zu einer Eskalation an einen verantwortlichen Mitarbeiter führen, der dann manuell an einem bestimmten Punkt der multimodalen Kette eingreifen muss. Dies geschieht meist dann, wenn ein stark negatives Ereignis eintritt.

Workflowmanagement für logistische Prozesse über die Logistikplattform AX4
Die AXIT AG verfügt über ein Team von SCM Architekten, die mithilfe der Logistikplattform AX4 multimodale Transportprozesse designen. Die Softwarelösung von AX4 besteht aus einzelnen fertigen Modulen, die je nach Bedarf flexibel kombiniert werden können, um den notwendigen, kundenindividuellen logistischen Gesamtprozess abzubilden, zu betreiben und zu steuern. Einige Beispiele sollen die Notwendigkeit eines Workflowmanagements verdeutlichen:

Ein europäischer Händler bestellt Textilien bei seinen Lieferanten in Asien. AX4 bildet den gesamten Prozess von der Bestellübermittlung bis zur Zustellung der Ware ab. 400 Lieferanten und Agenten, 12 Logistikdienstleister, 4 Distributionscenter sind hierbei integriert. Bevor die Ware, nach der Fertigstellung zur Verschiffung kommt, muss ein in Asien ansässiges Labor die Textilien auf Schadstoffe überprüfen. Reicht das geprüfte Ergebnis nicht zu einer Freigabe der Ware, wird in AX4 ein Sperrkennzeichen gesetzt, was dazu führt, dass diese Ware automatisch für die weitere Verladung geblockt ist und das Qualitätsmanagement des Bestellers benachrichtigt wird. Der Rest der Ware wird freigegeben für die Verladung in den Container und den weiteren Transport per Schiff oder Luft. Dieses ist nur eine Weichenstellung von vielen, die in diesem workflowbasierten Prozess stattfinden.

Ein weiteres Beispiel der Logistikplattform AX4: Im Rahmen eines kombinierten Transportes, der aus einem Vorlauf und Nachlauf per LKW sowie einem Hauptlauf per Schiene besteht, ist hinterlegt, welche Route ein Wagen durchlaufen wird. Im Rahmen dieser Route kann er verschiedenen Zügen zugeordnet sein. Bei der Berechnung der Route wird auf Fahrplandaten der Züge zurückgegriffen. Die Trackingfunktion in AX4 macht den Zugverlauf transparent und zeigt Verspätungen sofort auf. Da AX4 die gesamten Fahrpläne des Netzes hinterlegt hat, kann bei Verspätungen automatisch abgeglichen werden, welcher alternative Zug oder welche alternative Route bei einer Verspätung für den betroffenen Wagen in Frage kommt. In diesem Fall erfolgt die Weichenstellung durch AX4 automatisch:

Schritt 1: AX4 erkennt eine Verspätung
Schritt 2: AX4 erkennt, dass die Verspätung so groß ist, dass der Anschlusszug nicht mehr erreicht werden kann
Schritt 3: AX4 kalkuliert eine alternative Route mit einem anderen Anschlusszug

Durch die permanente Transparenz und die Darstellung der verschiedenen Stufen informiert AX4 den verantwortlichen Haupt-Logistikdienstleister immer proaktiv und bietet ihm die Möglichkeit, sich aktiv in den Prozess einzuschalten, um von AX4 erstellte Vorschläge zu übersteuern.

Neue Marktfelder für Lead Logistiker
Mit der Notwendigkeit multimodale Gesamtkonzepte zu erstellen und zu betreiben, sehen sich Lead-Logistiker zunehmend konfrontiert. Viele Kunden wollen diese Aufgabe – insbesondere die Steuerung einer solchen Prozesskette – nicht mehr selbst übernehmen, sondern an ihren Logistikdienstleister outsourcen. Zudem spielt für die Kunden bei der Auswahl des Logistikdienstleisters der ökologische Aspekt der Logistiklösung (Green Logistics) eine Rolle: Neben der physischen Architektur einer Transportlösung – die durch intelligente Kombination von Verkehrsträgern auch CO2 arm sein sollte – benötigt der Logistikdienstleister auch die entsprechende IT Architektur, die ihm hilft, diese Lösung zu beherrschen.

Dies zeigt, dass das Management solch komplexer Güterströme mithilfe innovativer IT Lösungen als differenzierender Wettbewerbsfaktor begriffen werden muss.


Autorin: Frauke Heistermann, AXIT AG
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Branchenbuch: AXIT AG
Datum: 25.09.2008
Quelle: Axit
Redakteur: ke
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