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ORION setzt auf Pick-by-Light |
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Kundenstamm, Auftragsvolumen und somit auch das Zentrallager des Erotikartikel-Händlers ORION Versand GmbH & Co. KG wachsen seit Jahren kontinuierlich. Heute verlassen täglich rund 5.000 Sendungen mit insgesamt bis zu 80.000 Artikeln das Flensburger Zentrallager. Um trotz des starken Wachstums auch weiterhin effizient und mit schlanken Prozessen zu arbeiten, restrukturierte das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit der Pierau Planung Unternehmensberatung GmbH zwischen Juni 2006 und August 2007 die Warenflüsse.
Kernpunkte der neuen Kommissionierstrategie sind drei Pick-by-Light-Anlagen „PickTerm Flexible“ und ein Materialflussrechner der Firma KBS Industrieelektronik GmbH. Sie optimieren die Feinkommissionierung für die drei Vertriebswege Versandhandel, Filialen und Großhandel. Zum einen werden durch die Anlagen Pickfehler auf nahezu null reduziert, zum anderen wurde die Kommissioniergeschwindigkeit durch die Umstrukturierung erheblich gesteigert.
Auf rund 12.000 Quadratmetern werden in dem Zentrallager in Flensburg derzeit mehr als 10.000 verschiedene Artikel bevorratet. Diese werden an drei Millionen Privatkunden, 170 Fachgeschäfte in Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie 3.500 Großhändler in Europa, Russland, den USA, Kanada und Fernost versendet. Bei Großhandel und Einzelhandel erfolgt die Lieferung just in time, Bestellungen von Privatkunden werden innerhalb von maximal drei Tagen ausgeführt. Das stark gewachsene Auftragsvolumen hatte im Laufe der Jahre mehrere bauliche Erweiterungen des Lagers notwendig gemacht. So wurden die Wege, die die Kommissionierer im Laufe eines Arbeitstags zurücklegen mussten, immer länger und die Kommissionierung wurde immer zeitaufwendiger. Um die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter ergonomischer zu gestalten und gleichzeitig die Abläufe effizienter zu machen, stellte ORION zwischen Juni 2006 und August 2007 sukzessive die Kommissionierung für alle drei Vertriebswege auf zweistufiges Multi-Order-Picking um. Darüber hinaus wurden die drei Lagerbereiche für die Grobkommissionierung der Aufträge von Privatkunden, Filialen und Großhandel Mitte 2007 zu einem zentralen Kommissionierlager zusammengefasst. „Die Systementscheidung wurde gemeinsam mit der Logistikleitung durchgeführt. Die komplexen Vorgaben der Firma ORION ließen sich mit dem Multi-Order-Pickingsystem am besten erreichen“, betont Andreas Spitzki, Projektleiter bei Pierau Planung. Die Konzeptionierung der geschilderten Warenflüsse und der organisatorischen Abläufe sowie die Projektierung und Einführung der Systeme verantwortete Pierau Planung.
1. Phase: Umstrukturierungen im Bereich Großhandel
In einer ersten Projektphase wurde zwischen Juni und August 2006 die Kommissionierung für Kunden aus dem Großhandel neu organisiert. Mithilfe eines Durchlaufregals mit 186 Kanälen, das mit einer Pick-by-Light(PbL)-Anlage „PickTerm Flexible“ ausgestattet ist, wurde die Kommissionierung in zwei Stufen untergliedert und so spürbar effizienter gestaltet. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Kommissionierung einstufig mittels Listen, die das Lagerverwaltungssystem LINDA des Anbieters Logisticus bereitstellte. Heute erfolgt nur noch die erste Stufe, also die Grobkommissionierung, auf diesem Weg. Hierbei werden so viele Aufträge, wie maximal parallel an der Durchlaufregalanlage abgewickelt werden können, zu einem sogenannten Batch zusammengefasst und im zentralen Kommissionierlager zunächst in Behälter kommissioniert. Mittels Fördertechnik gelangen die Behälter anschließend zur Feinkommissionierung zu dem Durchlaufregal.
Im nächsten Schritt kommissionieren die Mitarbeiter – gesteuert durch das Lagerverwaltungssystem – die Ware mithilfe der PbL-Technologie in die mit Behältern bestückten Kanäle des Durchlaufregals. Sobald der Mitarbeiter den Barcode eines am Sammelpunkt bereitgestellten Artikels scannt, leuchtet die Fachanzeige eines Kanals auf, für dessen Auftrag der Artikel benötigt wird. Eine Mengenanzeige gibt an, wie viele Artikel in den Zielbehälter gelegt werden sollen. Nachdem der Kommissionierer die Artikel im Behälter abgelegt hat, bestätigt er dies durch den Druck des Quittungsknopfs der PbL-Anlage. „Die Handhabung dieses Systems ist so einfach, dass sich die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter spürbar verkürzt hat. Außerdem haben wir die Anzahl der Pickfehler auf nahezu null reduziert“, berichtet Andrea Bombrowski, Logistikleiterin bei ORION. Darüber hinaus werden die Waren über eine Schnittstelle zwischen der PbL-Anlage und dem Lagerverwaltungssystem nach Betätigung des Quittungsknopfs vollautomatisch im Lagerverwaltungssystem vom Bestand abgebucht. Dabei wird ein Auftrag meist auf mehreren Kanälen gleichzeitig abgewickelt. Die Reihenfolge, in der die bereitgestellten Artikel kommissioniert werden, ist dabei völlig unerheblich. „Bei den KBS-Systemen können alle Vorgänge jederzeit unterbrochen, auf die Ausgangseinstellungen zurückgesetzt oder rückabgewickelt werden. Das ist im Arbeitsalltag für die Mitarbeiter eine große Erleichterung“, erläutert Wolfgang Schenk, einer der drei Geschäftsführer von KBS Industrieelektronik und Leiter des Projekts bei ORION. Sobald die Kommissionierung für einen Kunden abgeschlossen ist, leuchtet auf der anderen Seite des Durchlaufregals eine weithin sichtbare Signalleuchte auf. Dies ist das Zeichen für die zuständigen Mitarbeiter, die dem betreffenden Kunden zugeordneten Behälter aus den Kanälen zu entnehmen und an die Versandplätze zu bringen. Dort werden die Artikel in Versandkartons gepackt und diese anschließend mit einem Versandlabel versehen. „Ein weiterer Vorteil unserer Anlagen sind die Mehrfarbenleuchten. Hier sind bis zu sieben unterschiedliche Farben möglich. Die Farbveränderungen zeigen den Mitarbeitern an, dass eine bestimmte Handlung erforderlich ist. Die Leuchten wurden so konzipiert, dass sie auch in größeren Lagern aus einiger Entfernung sichtbar sind“, betont Wolfgang Schenk.
2. Phase: PbL für Filialen und Privatkunden
In der zweiten Projektphase wurde sukzessive auch die Abwicklung der Aufträge von Privatkunden und Filialen auf zweistufiges Multi-Order-Picking und Batch-Kommissionierung umgestellt. Dies erforderte eine zentrale Steuerung von nunmehr drei „PickTerm Flexible“-Anlagen sowie einer Fördertechnik-SPS, da das zentrale Kommissionierlager über Förderbänder des Anbieters Heber Fördertechnik GmbH & Co. KG an die drei Durchlaufregalanlagen für die Feinkommissionierung angebunden wurde. Diese Aufgabe übernimmt ein Materialflussrechner der Firma KBS Industrieelektronik. „Eine Standard-Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen dem Lagerverwaltungssystem und unseren Anlagen war aus früheren Projekten bereits vorhanden. So konnten wir die Softwareanbindung in kürzester Zeit abschließen“, berichtet KBS-Projektleiter Schenk. Eine weitere Grundlage für die äußerst kurze Inbetriebnahmezeit war die Konzeption der „PickTerm Flexible“-Anlagen als Plug & Pick-Lösung: Im Bodenteil des Montageprofils, das an den Durchlaufregalen befestigt ist, befindet sich eine Kontaktleiste, auf welche die Fachanzeigen ohne Werkzeug an einer beliebigen Position aufgesteckt werden. Der Arbeitsablauf im Bereich Filialen ist fast identisch mit dem Großhandel. Im Bereich Kundenversand werden mit Unterstützung der PbL-Anlage zusätzlich die Regale mit Versandkartons der richtigen Größe bestückt.
Anbieterauswahl
„Wir waren mit der Konzipierung und Installation der Pick-by-Light-Anlage im Bereich Großhandel durch KBS Industrieelektronik sehr zufrieden. Deshalb haben wir uns aus Überzeugung in der zweiten Projektphase, als es um die Integration des Materialflussrechners und die Installation von zwei weiteren Anlagen ging, wieder für diesen Anbieter entschieden“, berichtet Logistikleiterin Andrea Bombrowski. Die Anbieterauswahl in der ersten Projektphase hatte Pierau Planung im Auftrag von ORION durchgeführt. Die externen Berater hatten nach intensiver Marktrecherche vier Anbieter in die engere Auswahl gezogen und schließlich eine Empfehlung für KBS Industrieelektronik ausgesprochen. Die erhebliche Steigerung der Kommissioniergeschwindigkeit bestätigt diese Entscheidung.
Die Ergebnisse im Überblick
Durch die Restrukturierung der Kommissionierung und den Einsatz der PbL-Anlagen und des Materialflussrechners von KBS Industrieelektronik erzielte ORION folgende Vorteile: Die Kommissioniergeschwindigkeit im Zentrallager wurde deutlich gesteigert. Der Materialflussrechner konnte aufgrund konfigurierbarer Schnittstellen in sehr kurzer Zeit integriert werden. Er steuert nicht nur die drei PbL-Anlagen, sondern auch die Fördertechnik. Auch die Konzeption der „PickTerm Flexible“-Anlagen als Plug & Pick-Lösung machte die äußerst kurze Inbetriebnahmezeit möglich. Durch die Bestätigung jedes Kommissionierschritts über die Quittungstaste und das einfach handhabbare Leuchtensystem der PbL-Anlage wurden Kommissionierfehler auf nahezu null reduziert. Folglich sank auch die Anzahl der Retouren. Die Einarbeitungszeit für neue Kommissionierer hat sich durch das übersichtliche System deutlich verkürzt.
Bilder (KBS):
Pick-by-Light-Anlage
Durchlaufregalanlage Draufsicht
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