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Logistikcluster Metropole Ruhr als Innovationstreiber
Zwei bisher eher als Hilfswissenschaften angesehene Disziplinen schicken sich an, gemeinsam in die Klasse der Spitzenforschung aufzusteigen. Logistik und IT arbeiten gemeinsam auf das große Ziel hin, in den Kreis der vom BMBF geförderten Spitzencluster gewählt zu werden. Wissenschaftliche Treiber dieses Verschmelzungsprozesses sind neben den Universitäten des Ruhrgebiets vornehmlich die Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML und für Software- und Systemtechnik ISST, beide aus Dortmund, die ihre jeweiligen Stärken - Logistikdesign beim IML und serviceorientierte IT-Infrastrukturen beim ISST - stärker vernetzen wollen.

Das Logistikcluster Metropole Ruhr setzt vor allem auf die Themenbereiche Flexibilisierung, Internationalisierung, Netzwerke /Kooperationen, Nachhaltigkeit, Transparenz, Energieeffizienz und Robustheit. Damit werden gleichzeitig die übergeordneten Anforderungen gesellschaftlicher, ökologischer und sozio-ökonomischer Natur verfolgt, denen Systeme neuen Designs in der Logistik genügen müssen: Klimawandel und Ressourcenverknappung, demografische Veränderungen und die Entwicklung der Wissensgesellschaft.

Entscheidend ist dabei die Erkenntnis, dass es eines gemeinsamen Designs von Logistik und Informationstechnik bedarf und diese Geschlossenheit nur durch einen Paradigmenwechsel vom Prozess zum Service zu erzielen ist.

Der Innovationstreiber
Der Logistikcluster Metropole Ruhr möchte das Ruhrgebiet vom verkehrstechnischen zu einem globalen Zentrum für Logistik- und IT-Design entwickeln und die Logistik für die kommenden politischen, ökologischen und ökonomischen Veränderungen der Zukunft vorbereiten. Mit der europaweit höchsten Dichte von Bildungseinrichtungen, der Exzellenz seiner Forschungsinstitutionen im Bereich Logistik sowie branchenübergreifender industrieller Kompetenz ist die Metropole Ruhr bereit, einen erheblichen Beitrag bei der Entwicklung Deutschlands zur Wissensgesellschaft zu leisten.

Der Logistikcluster Metropole Ruhr bildet das Ruhrgebiet und damit den größten Wirtschaftsraum in Europa ab. Er setzt sich aus den Städten Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie den Kreisen Ennepe-Ruhr-Kreis, Recklinghausen, Unna und Wesel zusammen und umfasst 13 Prozent der Fläche Nordrhein-Westfalens mit rund 5,3 Millionen Einwohnern.

Hochschulen, Forschungseinrichtungen, politische Partner und Verbände, eine Vielzahl von KMU sowie viele Konzerne arbeiten in bisher beispielloser Form im Logistikcluster zusammen. Mehr als 140 IT- und Logistikfirmen wollen in einem Ausmaß und in einer Bandbreite in der Region investieren, wie es nie zuvor von deutschen und internationalen Unternehmen in diesem Wirtschaftsraum geschah.

Federführender Partner in diesem Zukunftsprojekt ist das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der angewandten Logistikforschung und Umsetzung in die Praxis stellt das Fraunhofer IML ein internationales Kompetenzzentrum in Technologie- und Wissenstransfer dar.

Der Wettbewerb
Hinter dem Spitzencluster-Wettbewerb steckt die Idee, dass die Antworten auf die großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen nur von Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam gefunden werden können. Der Spitzencluster-Wettbewerb gibt deshalb neue Impulse für die Bündelung der Kräfte: Die leistungsstärksten Cluster aus Wissenschaft und Wirtschaft sollen sich strategisch weiterentwickeln und ihre Ideen schneller in Produkte, Prozesse und Dienstleistungen umsetzen, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern.

Unter dem Motto "Deutschlands Spitzencluster - Mehr Innovation. Mehr Wachstum. Mehr Beschäftigung." soll der Wettbewerb des BMBF die Innovationskraft der leistungsfähigsten Kooperationen aus Wissenschaft und Wirtschaft stärken, sie auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe unterstützen und noch wettbewerbsfähiger und attraktiver für Talente und Investoren machen. Vorgesehen sind drei Wettbewerbsrunden in einem zeitlichen Abstand von ein bis anderthalb Jahren. In jeder Wettbewerbsrunde werden bis zu fünf Spitzencluster ausgewählt, die über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren mit insgesamt bis zu 200 Millionen Euro gefördert werden können.

Thematische Vorgaben gibt es dabei nicht: Ausgewählt werden die Bewerber mit den besten Strategien für Zukunftsmärkte - in ihren jeweiligen Branchen. Die Umsetzung der Strategien soll durch geeignete Projekte der Clusterpartner erfolgen, beispielsweise in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Nachwuchsförderung und Qualifizierung sowie die Gewinnung von Fach- und Führungskräften.
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Branchenbuch: Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik
Datum: 24.06.2008
Quelle: Fraunhofer-IML
Redakteur: ke
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