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Rund 300 Teilnehmer sowie 53 Referenten und Moderatoren aus Logistik-Wissenschaft und –Praxis zählte das 4. Wissenschaftssymposium Logistik der Bundesvereinigung Logistik (BVL) am 11. und 12. Juni im außergewöhnlichen Umfeld der BMW-Welt in München.
Unter dem Motto "Robuste und sichere Logistiksysteme" diskutierten sie Fragestellungen rund um die Risiken in komplexen und sich dynamisch verändernden Supply Chains und Wertschöpfungsnetzwerken sowie deren Auswirkungen auf die Service- und Kostenziele von Unternehmen. Außerdem wurden Instrumente zur Identifikation, Bewertung und Steuerung dieser Risiken behandelt.
Im Zuge der Globalisierung und der zunehmenden weltweiten Arbeitsteilung werden die Logistik- und Transportketten immer komplexer. Weitere Faktoren wie schwankende Rohstoffpreise, Naturkatastrophen, politische und kulturelle Rahmenbedingungen und hohe Energiekosten nehmen Einfluss auf die Stabilität und Sicherheit logistischer Wertschöpfungsnetze.
Der Vorsitzende des Vorstands der BVL, Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, betonte in diesem Zusammenhang in seiner Eröffnungsrede die wachsende Bedeutung der Logistik-Forschung und der Absicherung der Logistik- und Transportnetze gegen diese Einflüsse. Ein guter Weg, um Lösungen hierfür zu finden, sei insbesondere der interdisziplinäre Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Prof. David L. Rainey von der Lally School of Management and Technology in Hartford, Connecticut, erläuterte im ersten Hauptvortrag, inwiefern Logistik eine kritische Komponente des Geschäftsmodells darstellt: Ein gutes Geschäftsmodell müsse alle Beteiligten auch über weite Entfernungen hinweg einbeziehen und für diese auch erfolgversprechend sein. Das reiche bis zur Müllentsorgung beim Lieferanten des Lieferanten.
Im Anschluss referierte Prof. Dr. Ludger Brüll von der Bayer Technology Services in Leverkusen über die Optimierung von Supply Chain Netzwerken in der chemischen Industrie. Er wies darauf hin, dass das optimale Netzwerk sich nach der zugrunde liegenden Strategie der Geschäftseinheit richte. Zudem sei die Aufgabe der Netzwerkoptimierung eine stetige, da auch die äußeren Umstände und damit die Einflüsse auf das Netzwerk sich ständig änderten. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Experten aus Wissenschaft, Industrie, Handel und Dienstleistung darüber, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung zum Innovationsprozess in Unternehmen leisten können. Dabei wurden verschiedene Ansätze aufgezeigt. Insgesamt habe man sehr gute Erfahrungen mit Innovationsprojekten gemacht, an denen Wissenschaft und Praxis gemeinsam gearbeitet haben.
Den Abschluss des Symposiums bildete der Hauptvortrag von Prof. David Simchi-Levi vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Massachusetts. Er stellte heraus, dass es aufgrund des besonderen Verlaufs der Gesamtkostenkurve von Supply Chains möglich sei, ökologische Aspekte in die Konzeption einzubeziehen, ohne damit die Gesamtkosten zu erhöhen.
Wissenschaftlicher Beirat der BVL mit neuem Vorsitz
Anlässlich des Symposiums kam der Wissenschaftliche Beirat der BVL zu einer Sitzung zusammen. Die Mitglieder beriefen Prof. Dr. Werner Delfmann, Direktor des Seminars für ABWL, Unternehmensführung und Logistik an der Universität zu Köln, zu ihrem neuen Vorsitzenden sowie Prof. Dr.-Ing. Willibald Günthner, Ordinarius am Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss und Logistik an der Philipps-Universität Magdeburg und Prof. Dr. Werner Rothengatter, Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung an der Universität Karlsruhe, zu dessen Stellvertretern. Verabschiedet wurden Prof. Dr. Gerd Aberle, Prof. Dr.-Ing. Helmut Baumgarten, Prof. Dr. Hans-Christian Pfohl sowie Prof. Dr. Horst Wildemann, dem zudem im Rahmen des Symposiums die Ehrennadel der BVL verliehen wurde.
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