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Erz-Superfrachter MS Berge Stahl beendete 200. Reise |
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Diese Woche hatte die Mannschaft des Erz-Superfrachters Anlass zu feiern: Gemeinsam mit Vertretern von ThyssenKrupp Steel, der Reederei Bergesen Worldwide Gas ASA, sowie der niederländischen Gesellschaft ThyssenKrupp Veerhaven B.V. und Mitarbeitern der Massengutumschlagsanlage Ertsoverslagbedrijf Europoort C.V. (EECV), beging das Team ein besonderes Jubiläum: Die Berge Stahl hat ihre zweihundertste Reise von Brasilien nach den Niederlanden vollendet – mindestens zehn solcher Fahrten absolviert sie pro Jahr.
Eine solche Reise stellt eine logistische Meisterleistung dar: Nach rund 36 Stunden Ladezeit im brasilianischen Hafen begibt sich das 342 Meter lange Schiff, das unter norwegischer Flagge fährt, auf See. Schon die Ausfahrt aus dem Hafen erfordert größtes seefahrerisches Geschick: Berge Stahl mit einer Breite von 63,5 Metern kann nur bei Flut in einer schmalen Fahrrinne aufs offene Meer hinausfahren, um mit einem Tiefgang von gut 23 Metern bei einer Ladekapazität von rund 360.000 Tonnen – diese Menge Erz wird in etwa benötigt, um beispielsweise 400.000 Automobilkarosserien zu produzieren – nicht auf dem Meeresgrund aufzusetzen.
Voll beladen dauert die Reise der Berge Stahl nach Rotterdam etwa vierzehn Tage. Ein 14,5 Meter hoher MAN B&W L90MCE Dieselmotor mit einer Leistung von 20.300 Kilowatt treibt das Schiff über eine fünfflügelige Schraube von neun Metern Durchmesser an. Schon vor Cherbourg drosselt das Schiff bei der Anfahrt auf Rotterdam seine Geschwindigkeit und 60 Kilometer vor dem Hafen übernehmen Lotsen das Steuer, drei Schlepper begleiten die anspruchsvolle Einfahrt in den Hafen an der Maasmündung. Die eigens angelegte Hafenrinne des Europoort ist 24 Meter tief und das Zeitfenster zur Einfahrt während der Flut liegt bei nur rund zwanzig Minuten. Der Abstand vom Kiel zum Grund des Hafens beträgt im voll beladenen Zustand oft nur einen Meter.
Sobald die Berge Stahl an dem 1.100 langen Seekai der Massengutumschlagsanlage Ertsoverslagbedrijf EECV festgemacht ist, beginnt auch schon die Entladung: Die fünf separaten Laderäume des Schiffes werden – um die Stabilität des Frachters zu wahren – in einer genau festgelegten Reihenfolge über 10 Luken geleert. Gleichzeitig wird gelöschtes Gewicht über Ballastwasser ausgeglichen. Rund 100 Stunden dauert dieser präzise getaktete Entladevorgang, an dem nur wenige, aufgrund der Komplexität der Tätigkeit hoch konzentriert arbeitende Mitarbeiter von EECV beteiligt sind. Über bis zu drei riesige Greiferkrane, die pro Greifvorgang rund 40 Tonnen Erz aus dem Schiffsrumpf holen, wird das Schiff rund um die Uhr entladen: Angesichts hoher Charterraten und Hafengebühren kostet jede Minute bares Geld. Anschließend werden die verschiedenen Eisenerze – hauptsächlich handelt es sich um Feinerz und Stückerz – über Förderbänder zu Lagerplätzen transportiert. Bevor Haldengeräte das Erz sortengerecht einlagern, werden über Bandwaagen das Gewicht der Ladung ermittelt und in einer vollautomatischen Probenahmeanlage repräsentative Muster genommen. Bis zu drei Millionen Tonnen Erz in mehr als 30 verschiedenen Sorten können auf den Lagerplätzen von EECV für die Stahlproduzenten ThyssenKrupp Steel und Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg bevorratet werden. Von Europoort/Rotterdam aus geht das Erz dann auf den letzten Teilabschnitt seiner langen Reise: Mit sieben eigenen und drei gemieteten Schubbooten sowie insgesamt rund 100 Schubleichtern sorgt ThyssenKrupp Veerhaven rund um die Uhr dafür, dass der wertvolle Rohstoff auf Abruf und pünktlich für die Duisburger Hochöfen zur Verfügung steht.
Insgesamt rund 71 Millionen Tonnen Erz sind seit Inbetriebnahme des Schiffes im Jahr 1986 für ThyssenKrupp Steel und die Hüttenwerke Krupp Mannesmann transportiert worden. Das Schiff wurde speziell für den Frachtvertrag, der praktisch die gesamte Lebenszeit umfasst, gebaut. Bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg werden täglich etwa 45.000 Tonnen Eisenerz aus Brasilien, Kanada, Schweden und anderen Ländern angeliefert. Neben Kohle, hiervon landen täglich rund 17.000 Tonnen in Duisburg an, ist Eisenerz der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Roheisen. Rund zwei Drittel des bei ThyssenKrupp Steel verwendeten Eisenerzes stammt aus Brasilien und wird zu einem bedeutendem Teil mit der MS Berge Stahl, dem größten Massengutfrachter der Welt, gefahren.
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