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Parkplatzsuche für Lkw-Fahrer wird leichter |
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Die Parkplatznot für Lkw`s auf Autobahnen ist groß. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass in Deutschland derzeit mindestens 10.000 Stellplätze für den Transportverkehr fehlen. Um Fernfahrer auf der A 8 Ulm-Merklingen bei der Parkplatzsuche zu unterstützen, haben Verkehrsplaner aus der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg und die Firma Dambach eine Pilotanlage für die Tank- und Rastanlage Aichen entwickelt.
Vollautomatisch steuert das System seit April den Lkw-Verkehr über dynamische Wechselverkehrszeichen und informiert die Fahrer unmittelbar vor der Ausfahrt über die aktuelle Zahl der freien Lkw-Parkplätze. "Die Akzeptanz des Systems bei den Fahrern ist hoch. Suchverkehr und Engpässe durch rangierende Lkw`s konnten bereits erheblich reduziert werden", erklärt Wolfgang Schuster, Geschäftsführer der Dambach Werke GmbH.
Neben dem weiteren Aus- und Neubau von Tank- und Rastanlagen ist der verstärkte Einsatz von Informationssystemen aus Sicht der Verkehrsplaner von Bund und Ländern ein entscheidender Beitrag, um die Parkplatzproblematik auf Autobahnen zu entschärfen. Bewährt sich die Pilotanlage in Aichen könnte das Lkw-Restparkplatz-Informations-System noch in 2008 an einem Autobahn-Streckenabschnitt mit mehreren aufeinanderfolgenden Parkplätzen installiert werden. "Eine kurzfristige Entlastung auf bundesdeutschen Autobahnen kann nur durch ein gezieltes Parkraummanagement sowie dem schnellen Neubau von Lkw-Parkplätzen erreicht werden. Der Transportverkehr muss effektiver auf Basis der aktuell vorhandenen Stellplätze gesteuert werden – die technischen Möglichkeiten sind vorhanden", erläutert Schuster. Die Funktionsweise des neuen Systems der Tank- und Rastanlage Aichen sei grundsätzlich vergleichbar mit einem städtischen Parkleitsystem.
Gestiegener Handlungsbedarf
Gefährliche Folge des Parkplatzmangels an Tank- und Rastanlagen sind in engen Fahrgassen, Einfahrtsbereichen und auf Pkw-Stellplätzen abgestellte Lkw. Weil Fahrer häufig nicht rechtzeitig zur Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten einen Stellplatz finden, parken sie abseits der Autobahn in nahegelegenen Industrie- und Gewerbegebieten. Gefahren entstehen durch die in Einfahrten zu den Parkplätzen der Tank- und Rastanlagen abgestellten Lkw, die nachts nicht rechtzeitig erkannt werden und ein hohes Unfallrisiko darstellen. Aufgrund des stetig steigenden Lkw-Aufkommens wird sich der Platzmangel weiter verschärfen. Neben der Zunahme des Güterverkehrs um jährlich etwa 4 Prozent, sorgt auch die Neuregelung der Lenk- und Ruhezeitverordnung auf europäischer Ebene für gestiegenen Handlungsbedarf. Seit 2007 ist eine Mindestruhezeit von 11 Stunden pro Tag vorgeschrieben, die maximal dreimal pro Woche auf 9 Stunden verkürzt werden darf – davon sind 9 Stunden ununterbrochen einzuhalten. Die maximale Lenkzeit pro Woche beträgt nur 56 statt wie bisher 74 Stunden.
Pilotanlage BAB A8 T+R Aichen
An der Tank- und Rastanlage Aichen wird die Ein- und Ausfahrt mit Erdmagnetfeldsensoren überwacht. Fährt ein Fahrzeug über die Sensoren, wird das Fahrzeug gezählt und über ein Steuergerät mit integrierter Auswerteeinheit und Funkcontroller die Lkw-Restparkplatzanzeige auf der A8 geschaltet. Das System benachrichtigt automatisch über E-Mail oder SMS, wenn eine Mindestanzahl von Stellplätzen durch Lkws belegt ist. Das System ist erweiterbar. Zusätzliche Anzeigestandorte auf der A8 im Zulauf zur Tank- und Rastanlage Aichen sowie weitere Anzeigestandorte mit Informationen von anderen Tank- und Rastanlagen sind denkbar.
Übergeordnete Leitstellen können so eine Überbelegung schnell erkennen und "wildes Parken" durch Hinweise auf andere Tank- und Rastanlagen verhindern. "Eine vergleichbare Anlage, welche nach einem deutlich aufwendigerem System arbeitet, gibt es in Deutschland derzeit nur für den Rasthof Montabaur an der A 3", so Schuster. Das neu entwickelte Fahrzeugerfassungssystem zeichnet sich durch eine vernachlässigbare Behinderung des Lkw-Parkplatzverkehrs beim Einbau aus. Die Systemsoftware ist weitgehend selbstabgleichend und stimmt Belegdaten in einem Datenspeicher mit historischen Daten ab.
Kurzfristige und langfristige Maßnahmen erforderlich
"Das wachsende Verkehrsaufkommen macht Maßnahmen erforderlich, die die Fahrer und damit den gesamten Verkehr kurzfristig entlasten", so Schuster. Planungen zum Ausbau der vorhandenen Stellplätze für Lkw an Autobahnen durch den Bund zielen bisher in erster Linie darauf ab, die Situation langfristig zu entschärfen. Seit Oktober 2007 unterstützt deshalb eine im Bundesministerium für Verkehr angesiedelte Projektgruppe 'Autobahnparkplätze für Lkw', die Länder bei Planung und Umsetzung des bisher geplanten Neu- und Ausbauprogramm von Rastanlagen. Erklärtes Ziel der Verkehrsexperten ist es dabei, vorhandene Parkplätze durch den Einsatz telematischer Steuerungssysteme besser zu nutzen.
Die Überlastung der Rastanlagen ist je nach Lage und Bedeutung für den Güterverkehr unterschiedlich. Der maximale Parkplatzbedarf im Laufe der Woche konzentriert sich bei den meisten Rastanlagen auf die Tage Montag bis Donnerstag. Wegen der kurzen Parkzeiten am Tag sind bis 20.00 Uhr ausreichend Plätze vorhanden. Mit dem Eintreffen der Langzeitparker am Abend beginnt das Problem der Parkplatznot.
Fakten zur LKW-Parkplatzsituation an Autobahnen
An den Autobahnen gibt es zurzeit rund 430 bewirtschaftete und rund 1.520 unbewirtschaftete Rastanlagen. Das entspricht rund 21.000 ausgewiesenen Lkw-Parkplätzen. Die Zahl der Lkw-Parkplätze auf den in Autobahnnähe liegenden Autohöfen beträgt nach Angaben der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) rund 18.500. Im Mai 2008 will das Bundesministerium für Verkehr, Bau uns Stadtentwicklung (BMVBS) eine erste Bedarfsprognose erstellen. Auf dieser Grundlage soll eine netzweite Betrachtung des langfristigen Bedarfs erstellt werden.
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