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Logistik - noch kein Boom am Arbeitsmarkt
Wirtschafts- und Regionalpolitik setzen verstärkt auf die Förderung von Cluster-und Netzwerkansätzen. Dabei kommt unter anderem der Logistik- und Transportwirtschaft eine große Bedeutung zu. Städte und Regionen positionieren sich als "Drehscheiben" der großräumigen Güterströme. Entsprechend wird die Logistik auch als Handlungsfeld für internationale Investitionen in Deutschland vermarktet. Parallel dazu bereitet die Bundesregierung einen "Masterplan Güterverkehr und Logistik" vor. All diesen Bemühungen zum Trotz kann man die Logistikbranche aber noch nicht als Wachstumsmotor betrachten, wie Studien der Freien Universität Berlin und des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) zeigen. Es ist demnach auch umstritten, ob sie diesen Erwartungen überhaupt gerecht werden kann. Die Ergebnisse der Studien sind im aktuellen Heft der "Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie" zum Themenschwerpunkt "Gütertransport und Logistik" dokumentiert (Jg. 51, Heft 2).

Das in den Medien und in der Logistikwirtschaft vielfach beschworene nachhaltige Wachstum der Logistik-Branche lässt sich danach empirisch kaum bestätigen. Statistische Scheineffekte verzerren die Wahrnehmung: Viele als "erfolgreich" eingestufte Entwicklungen sind das Resultat von Auslagerungen aus Industrie und Handel, oder werden erst seit wenigen Jahren statistisch separat erfasst, etwa Postdienste. Auch sind räumliche Verlagerungen von Unternehmen oder Betriebsstätten, so positiv sie sich für die Zielregion auch seien, mit Verlusten am Herkunftsort verbunden. In den meisten Fällen sind die Nettoeffekte begrenzt. Die oft als positiv angeführten Beschäftigungswirkungen der Logistik stellen sich auch qualitativ als sehr disparat dar. In vielen Fällen steht einem kleinen Anteil an höher qualifizierten Tätigkeiten ein wesentlich breiterer Sockel an geringfügiger Beschäftigung, Scheinselbständigkeit oder Zeitarbeit gegenüber. Soll die Logistik Motor regionaler Entwicklungsprozesse sein, sind die Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken dieses Pfades sorgfältig abzuwägen.
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Datum: 19.10.2007
Quelle: Freie Universität Berlin Institut für Geographische Wissenschaften
Redakteur: sp
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