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Multimodales Transportkonzept mit Bahn und Schiff statt Lkw-Verkehr |
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Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH setzt bei Transporten verstärkt auf Alternativen zum Lkw. Der Hausgerätehersteller hat zwei weitere Produktionsstandorte in Deutschland in ein multimodales Verkehrskonzept eingebunden, das Straßen entlastet und den wachsenden Transportbedarf des Unternehmens sicherstellen soll. In Giengen und Dillingen werden für den englischen Markt produziert Hausgeräte nicht mehr per Lkw, sondern per Bahn und Schiff nach England verfrachtet.
Kühlschränke und Geschirrspüler aus der BSH, die von beiden Standorten aus bislang per Lkw abtransportiert wurden, verlassen die Werke jetzt per Bahn. "Unsere Strategie ist es, Transportkapazitäten zu sichern und ökonomisch sinnvolle Verkehrslösungen auszubauen. Deshalb fahren wir Lkw-Transporte auf vielen Strecken konsequent zurück", sagt BSH Verkehrsreferent Andreas Tonke.
Positive Erfahrungen mit Pilotprojekt
Zusammen mit der Spedition Robert Kukla, München, wurde ein trimodales Verkehrskonzept für Transporte nach England entwickelt. Bereits vor zwei Jahren hatten BSH und Kukla – wie berichtet – mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm "Marco Polo" neue Wege bei der Produktionsentsorgung des Standortes Bretten beschritten und Warenströme vom Landesinneren nach England aufs Wasser verlagert. Über 60 Mio. tkm sind seither auf der Straße vermieden worden.
"Der Erfolg dieses Projektes hat uns motiviert, die Verlagerungsmöglichkeit von Transporten auch für weitere Produktionsstandorte in Deutschland zu überprüfen", so Tonke. "Mit Kukla haben wir einen Partner, der investitionsfreudig ist und verkehrsträgerübergreifende Konzepte entwickeln kann."
Der Weg der Hausgeräte führt heute in Großraumwaggons der Bahn vom Gleisanschluss der Werke in Giengen und Dillingen nach Rotterdam und von dort aus im Shortsea-Verkehr nach England. Nur auf dem kürzesten Streckenabschnitt, dem Nachlauf ins BSH-Zentrallager nach Kettering, wird der Lkw eingesetzt. Bei der Transportlösung verknüpfen die Partner erstmals alle Verkehrsträger – Bahn, Schiff, Straße – zu einem trimodalen Konzept. "Die größte Herausforderungen lag für uns darin, die einzelnen Verkehrsträger so optimal miteinander zu vernetzen, dass Transportmengen innerhalb kürzester Zeit komplett umgeladen werden konnten", sagt Kukla-Geschäftsführer Knut Sander.
Neues Umschlagskonzept für Rotterdam
Knackpunkt dabei: der Umladevorgang in Rotterdam. Die in Kartons verpackten Hausgeräte müssen dort am Terminal Cobelfret aus Bahnwaggons direkt in 3 m hohe Spezialcontainer verladen werden (Bild 1). Sie bieten damit im Shortsea-Verkehr dieselben Transportkapazitäten wie Jumbo-Trailer. "Wir haben alle möglichen Lösungsansätze durchgespielt und am Ende in ein vollkommen neues Umschlagskonzept investiert", so Sander. Gebaut wurde eine mobile Verladerampe, über die Spezialstapler mit der aus den Bahnwaggons aufgenommenen Ware direkt in die Container hinein fahren können (Bild 2).
Zusammen mit dem Produktionsstandort Bretten, der über den Rheinhafen Gernsheim per Binnenschiff entsorgt wird, werden von Kukla 2 250 BSH-Container im Jahr auf alternativen Verkehrswegen – multimodal – bewegt. Und es können schnell mehr werden. In der Münchner BSH -Zentrale denkt man darüber nach, weitere Produktionsstandorte an das multimodale Verkehrskonzept anzubinden, um den Anteil von Lkw-Transporten weiter zu reduzieren.
Bild 1: Hausgeräte werden von einem Stapler mit Spezialgreifarmen über eine mobile Rampe aus dem Bahnwaggon entladen.
Bild 2: Die Hausgeräte werden in Rotterdam von der Schiene direkt in Spezial-Container für den Shortsea-Verkehr verladen. Bilder: Kukla
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