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Studie: Stärkere Unterstützung des SCM durch Top-Management ermöglicht Einsparung von Lieferkosten
Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton deckt mangelnde Unterstützung beim Supply Chain Management durch das Top-Management in Unternehmen auf. Supply Chain Management (SCM) werde in den meisten Unternehmen noch immer nicht als Aufgabe der obersten Führungskräfte, sondern ausschließlich der operativen Bereiche betrachtet. Das Potenzial werde deshalb nur in wenigen Firmen ausgeschöpft, heißt es in der Untersuchung. Liefer-, Produktions- und Distributionsprozesse kosten nach Ansicht der Booz-Experten nach wie vor mehr als notwendig, und auch zu viele Bestände seien gebunden. Knapp 200 Führungskräfte aus Unternehmen mit einer Bilanzsumme von jeweils mehr als einer Mrd. US-$ von vier Kontinenten gaben in der Booz-Studie ihre Einschätzung zu SCM ab.

Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung lauten:
  • SCM ist Chefsache und kein IT-Projekt. Unternehmen, in denen sich der CEO voll der SCM-Philosophie verpflichtet, weisen eine signifikant höhere Einsparungsquote bei Lieferkosten auf. Sechs Prozent jährliche Einsparungen sind möglich.
  • Die meisten Unternehmen erachten SCM durch Einführung von IT-Systemen als erledigt. Ihre Hoffnungen in die Investitionen wurden jedoch enttäuscht. 46 Prozent der Befragten waren mit der Leistung der IT unzufrieden. Hauptgrund: Mangelnde Planungsgenauigkeit.
  • Nur solche Unternehmen profitieren, die SCM zum Revolutionieren bisheriger Liefer- und Produktionsketten nutzen. Optimierung des Bestehenden bringt wenig.
  • In einer weltweit vernetzten Wirtschaft muss SCM unternehmensübergreifend angewendet werden. Lieferanten und Distributoren entscheiden über den Unternehmenserfolg mit.
  • Die bereits vor zwanzig Jahren aufgestellten Thesen gelten unverändert: Unternehmen, die sich beherzt des SCM-Konzepts annehmen, erzielen Wettbewerbsvorteile.

Ohne komplette Umstrukturierung der Liefer-, Produktions-, und Distributionsprozesse dürfen Unternehmen keine relevante Ertragsverbesserung erwarten, so die Unternehmensberatung. SCM-Gewinnern in der Studie war gemeinsam, dass sie jenseits der IT ihre Prozesse fundamental änderten und z.B. Führungsebene, Einkauf und Verkauf in Supply Chain-Entscheidungen einbeziehen. Zudem erteilen sie ausdrückliche Lieferversprechen gegenüber ihren Kunden und halten in hoher Frequenz Supply-Chain-Planungsrunden ab. Die Absatzplanung teilen die SCM-Experten mit ausgewählten Lieferanten und konzentrieren ihre Optimierungsaktivitäten auf die Top 20 der Lieferanten.

"Vorstände müssen SCM als eine ihrer wichtigsten Aufgaben begreifen", fordert daher Booz-Berater Peter Heckmann. "Zentrale und machtvolle Steuerung mit dem Blick über den Tellerrand des eigenes Hauses lautet das Erfolgsrezept." Dieser Appell richtet sich vor allem an deutsche Unternehmenslenker: Nur 14 Prozent der deutschen Vorstände sind aktiv in die Gestaltung von Supply-Chain-Strategien eingebunden - verglichen mit 21 Prozent ihrer europäischen Kollegen.

Wie die Umfrage zeigt, können Unternehmen, die ihren SCM-Ansatz revolutionieren, bis zu 50 Prozent höhere Einkaufs- und Lieferkosten-Einsparungen pro Jahr erzielen. Im Gegensatz zu britischen Unternehmen gehen deutsche Unternehmen jedoch zu zögerlich an die Umgestaltung ihrer Supply Chain heran: Während ein Viertel der befragten UK-Unternehmen diese in den letzten drei Jahren "revolutionär" veränderten, taten es laut Studiein Deutschland nur ein Achtel.
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Datum: 09.04.2003
Quelle: Booz Allen Hamilton
Redakteur: ew
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