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Automatische Palettenausgabe als Pilotprojekt |
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In welchem Maße lassen sich die Kosten reduzieren, wenn wir die Ausgabe von Leerpaletten an die Speditionen unserer Lieferanten automatisieren? Diese Frage untersucht das Spar-Warenverteilzentrum im österreichischen Maria Saal derzeit in einem Pilotprojekt mit einer automatischen Palettenausgabestation, die von der Firma Gebhardt geliefert wurde. - Ein Exklusivbericht.
"In der Vergangenheit war der Palettenaustausch mit den Speditionen unserer Lieferanten aufwändig und nur schwer zu kontrollieren", blickt Kurt Stank im LOG-Gespräch zurück. Insbesondere der hohe personelle Zeitaufwand und der vergleichsweise große Schwund bei einem Umschlag von täglich etwa 1 200 Paletten waren dem Leiter Logistik/Organisation der Zweigniederlassung Maria Saal der Spar Österreichische Warenhandels-AG seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Doch wie konnte man diesen Zustand ändern?
Schließlich hat man im Unternehmen eine erste Idee entwickelt, um die Palettenausgabe zu automatisieren. Mit dieser Vision wandten sich Stank und sein Team an den Transport- und Lagersystem-Spezialisten Gebhardt aus dem bayerischen Cham, der darauf hin den Prototypen einer automatischen Palettenausgabestation entwickelte. Nach einer Projektzeit von nahezu zwei Jahren wurde die - nach eigenen Angaben - europaweit einmalige Pilotanlage im November 2000 in dem Logistikzentrum in Maria Saal nach nur geringfügigen Umbauarbeiten am vorhandenen Lager installiert. Stank: "Seither haben wir die Probleme im Palettenaustausch im Griff."
Barcode mit Daten zum Paletten-Guthaben
Heute erhalten die Fahrer der Speditionen im Wareneingang nach der Kontrolle der angelieferten Europaletten und Erfassung der erforderlichen Daten im Lagerverwaltungssystem (LVS) wie u. a. Warenart sowie Lieferanten-, Lieferschein- und Bestellnummer vom Lagerpersonal jeweils ein EAN-Barcode-Etikett (European Article Numbering). Dieses wird auf den Lieferschein geklebt und enthält alle Informationen zu Zahl und Art der mit den Waren angelieferten Paletten. Ein entsprechendes Kontingent an Leerpaletten steht der jeweiligen Spedition jetzt zu.
Mit diesem Lieferschein fahren die Lkw-Fahrer zur Palettenausgabestation, um die Tauschpaletten abzuholen. Nachdem sie an der entsprechenden Rampe angedockt haben, müssen sie lediglich den Barcode unter den hier installierten Scanner halten. Anschließend stellt das Gebhardt-System die Paletten binnen kürzester Zeit automatisch zur Verfügung - exakt die richtige Stückzahl und Art (Bild 1). Hat ein Fahrer mehrere Lieferscheine, kann er diese nacheinander mit dem Scanner einlesen. Die Lieferscheine sind drei Wochen gültig, so dass die Fahrer sie etwa bei Termindruck ansammeln können und so beispielsweise nur einmal wöchentlich leere Paletten holen.
Die vom Scanner erfassten Daten werden automatisch in das LVS überspielt, das die entsprechende Palettenzahl und -art ausbucht und an die Steuerung der Palettenausgabestation weitergibt. Diese verfügt über ein Magazin mit einer Kapazität für gut 120 Paletten, in das die Mitarbeiter des Spar-Verteilzentrums nach dem Entladen alle leeren Paletten mit Flurförderzeugen einfahren (Bild 2). Innerhalb der Ausgabestation werden die Paletten mit Rollenförderern transportiert, die wiederum von SPS gesteuert werden. Nach jeder Anweisung vom LVS wird die gewünschte Palettenzahl automatisch aus dem Speicher geholt und den Lkw-Fahrern auf einem der beiden vorhandenen Ausgabeförderern bereitgestellt (Bild 3).
Erste Erfahrungen positiv
Sollten einzelne Paletten nicht bündig in das Magazin eingegeben worden sein oder sich beim Fördern innerhalb der Station verhaken, lokalisiert das System automatisch den entsprechenden Ort und meldet den Vorfall an die Steuerung. So können die Spar-Mitarbeiter unverzüglich eingreifen, bevor es hier zu Störungen kommt.
"Wir haben im Palettentausch eine einfache, schnelle und kostengünstige Lösung realisiert", fasst Stank die Vorteile des automatisierten Systems in einem Satz zusammen. Palettenschwund ist seit der Installation kein Thema mehr, da die Ausgabestation einen Austausch der Paletten im Verhältnis 1:1 sicherstellt. Und auch von den Lkw-Fahrern wurde das neue System auf Anhieb angenommen.
Stank: "Aus heutiger Sicht war die Entscheidung gut." Derzeit wird geprüft, ob die Lösung künftig auch in den anderen Spar-Standorten eingesetzt werden kann.
Bild 1 - An der Rampe nehmen die Lkw-Fahrer die von der Ausgabestation bereitgestellten Paletten im Empfang.
Bild 2 - Leere Paletten werden in das Magazin der Ausgabestation eingefahren.
Bild 3 - Eine spezielle Vorrichtung stellt automatisch die gewünschte Palettenstückzahl für die Ausgabe bereit.
(Mehr Artikel von Logistik für Unternehmen )
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